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Frequently Asked Questions (FAQ)

 

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen.

 
 


Warum ist eine Leckschutz- und Leckanzeigeeinrichtung notwendig?

Viele von uns kennen sicherlich den Hinweis bei Reisen ins Ausland, Wasser nicht aus dem Wasserhahn zu trinken, beim Zähneputzen mit Wasser aus der Flasche zu spülen oder dass normal gewaschener Salat zu Magenstörungen führen kann. Zum Glück ist dies in Deutschland anders, bei uns hat Wasser aus dem Versorgungsnetz meist Trinkqualität, und das trotz sehr hoher Bevölkerungs- und Industriedichte. Dies wird aber nur dadurch erreicht, dass unzählige Verordnungen und Vorschriften konsequent beachtet und eingehalten werden müssen.

Bereits vor vielen Jahrzehnten haben in Deutschland verantwortungsbewusste Menschen begonnen, Regeln zu erarbeiten, die dem nachhaltigen Schutz eines unseren höchsten Gütern - Wasser - dienen. Diese Regeln wurden nach und nach weiter ausgebaut und auch auf EU-Ebene in verbindlichen Richtlinien festgeschrieben. Diese Richtlinien zur Erhaltung und Verbesserung der Wasserqualität werden auch von anderen EU-Ländern schrittweise umgesetzt.

Eine Maßnahme aus diesen Vorschriften ist z.B. die Lecküberwachung von Tankanlagen und Rohrleitungen, in denen wassergefährdende Flüssigkeiten gelagert oder gefördert werden. Dies wird u.a. dadurch erreicht, dass Tanks und Rohrleitungen doppelwandig ausgeführt werden und hierbei der entstehende Zwischenraum der Doppelwand (auch Überwachungsraum genannt) durch Leckanzeigeeinrichtungen permanent überwacht werden. Einwandige Tanks können hierzu mit einer dafür zugelassenen Leckschutzauskleidung nachgerüstet werden, um die Forderung der Doppelwandigkeit zu erfüllen. Auftretende Undichtigkeiten und Leckagen werden durch diese Schutzsysteme erkannt und erzeugen bei einem definierten Grenzwert ein Alarmsignal.


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Welche Arten von Lecküberwachungssystemen gibt es, was sind die Unterschiede?

Die Norm DIN EN 13160 beschreibt 5 Klassen von Lecküberwachungssystemen.

Die Klasse 1 beschreibt Leckanzeigesysteme nach dem Überdruck- bzw. Unterdruckprinzip. Hauptvorteil dieser Methode ist, dass hier ein Leck im doppelwandigen Überwachungsraum, über- und unterhalb des Flüssigkeitsspiegels, erkannt und gemeldet wird, bevor Flüssigkeit in die Umwelt austritt. Aufgrund der Funktionsweise verhindern Über- und Unterdrucksysteme auch nach einer Alarmabgabe über einen gewissen Zeitraum bis zur unmittelbaren Fehlerbehebung den Austritt von Flüssigkeit.

Alle anderen Klassen haben den Nachteil, dass bei Erkennung eines Lecks bereits Flüssigkeit in die Umwelt ausgetreten sein kann.

Klasse II beschreibt Überwachungssysteme, die mit einer speziellen Lecküberwachungsflüssigkeit gefüllt sind. Diese Systeme sind in Deutschland bei Neubauten nur noch in oberirdischen Anlagen zugelassen, zudem werden Bestandteile der Überwachungsflüssigkeit ebenfalls als wassergefährdend eingestuft. Beim Nachfüllen der Überwachungsflüssigkeit muss geprüft werden, ob die Mischbarkeit mit der bisherigen Überwachungsflüssigkeit bescheinigt ist. Eine Nichtbeachtung kann zu Pilzwuchs innerhalb des Überwachungssystems und dadurch zu einer Funktionsbeeinträchtigung der Lecküberwachungseinrichtung kommen.

Klasse III Systeme basieren auf Flüssigkeits- und/oder Gassensoren, die ausgetretene Flüssigkeit erkennen.

Klasse IV Systeme zeigen mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit einen vorgegebenen Wert der Änderung des Tankinhaltes an.

Klasse V Systeme können einen Flüssigkeitsverlust in Tanks oder Rohrleitungen unterhalb des Flüssigkeitsspiegels anzeigen (z.B. durch Einbau von Flüssigkeitssensoren im Erdreich, nahe dem Tank / Rohrleitung.


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Wie funktioniert ein Über- bzw. Unterdruckleckanzeiger?

Überdruckleckanzeiger:

Ein Überdruck im Überwachungsraum sorgt selbst bei einem auftretenden Leck dafür, dass Luft (oder Inertgas) aus dem Überwachungsraum in den Behälter einströmt bzw. bei Schaden an der äußeren Wand nach Außen entweicht.
Der Überdruck ist so ausgelegt, dass selbst bei Erreichen des Alarmschaltpunktes der Druck im Überwachungsraum mindestens 30 mbar über dem max. hydrostatisch erzeugten Druck im Tankinneren liegt. Bei Rohrleitungen min. 1 bar über dem max. Betriebsdruck des Innenrohres.

Alarmfunktion Überdruckleckanzeiger:

Bei Leckage strömt das Überwachungsmedium aus dem Überwachungsraum in den Tankinnenraum oder nach Außen.
Der Druck im Überwachungsraum wird abgebaut.
Die eingebaute Pumpe gleicht geringe Leckagen aus und baut den Überdruck wieder auf.
Ist die Undichtigkeit zu groß, kann die Pumpe diesen nicht mehr ausgleichen, der Druck fällt weiter ab bis zum Alarmwert.
Merke: Überdrucksysteme zeigen einen Alarm durch Druckabbau.
   


Unterdruckleckanzeiger:

Ein Unterdruck im Überwachungsraum sorgt bei einem auftretenden Leck dafür, dass Flüssigkeit vom Innenbehälter (oder Außenwand) in den Überwachungsraum eingesaugt wird. Der Unterdruck ist so ausgelegt, dass selbst bei Erreichen des Alarmschaltpunktes der Unterdruckwert im Überwachungsraum mindestens 30 mbar über dem max. hydrostatisch erzeugten Druck im Tankinneren liegt. Man unterscheidet zwei Arten von Unterdrucksystemen:
   
 
Hochdrucksystem - Typischerweise sind die Anschlüsse für Leckanzeiger oben am Tank angebracht (z.B. bei doppelwandigen Stahltanks).

Niederdrucksystem - Die Saugleitung des Leckanzeigers muss bis zum Tiefpunkt des Überwachungsraums geführt werden (z.B. bei einwandigen Tanks mit flexibler Leckschutzauskleidung).

Alarmfunktion Unterdruckleckanzeiger:

Leck überhalb Flüssigkeitsspiegel (Luftleck):
Leckageluft wird durch den Unterdruck in den Überwachungsraum gesaugt.
Der Unterdruck im Überwachungsraum wird abgebaut (Druck steigt an).
Die eingebaute Pumpe gleicht geringe Leckagen aus und baut den erforderlichen Unterdruck wieder auf.
Ist die Undichtigkeit zu groß, kann die Pumpe diese nicht mehr ausgleichen, der Druck steigt weiter an bis zum Alarmschaltpunkt.

Leck unterhalb Flüssigkeitsspiegel (Flüssigkeitsleck):
Flüssigkeit wird durch den Unterdruck in den Überwachungsraum gesaugt.
Durch die Volumenreduzierung wird der Unterdruck im Überwachungsraum abgebaut (Druck steigt an).
Die Pumpe baut den Unterdruck wieder auf, Flüssigkeit wird weiter eingesaugt.
Sobald der Flüssigkeitsstand die Öffnung der Saugleitung erreicht, wird Flüssigkeit in die Saugleitung eingesaugt, hierdurch wird die pneumatische Verbindung der Saugleitung zum Überwachungsraum und der Messleitung getrennt.
Die Pumpe saugt weiter Flüssigkeit nach oben, die Flüssigkeitssperre wird gefüllt bis das Schwimmerventil schließt.
Die Pumpe ist weiter in Betrieb, der erzeugte Unterdruck hält die Flüssigkeitssäule am geschlossenen Schwimmerventil.
In der Messleitung ist weiterhin ein Unterdruck vorhanden, Flüssigkeit wird weiter in die Messleitung gesaugt, bis durch die Volumenänderung der Unterdruck in der Messleitung bis zum Alarmschaltpunkt abgebaut wird.


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Was kann die Ursache für einen Alarm am Leckanzeiger sein?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Ursachen, die zu einem Alarmzustand am Leckanzeigesystem führen, können sehr vielschichtig sein. Ursachen können neben einem Leck in einer Tankwandung z.B. auch am Leckanzeiger selbst, in den Verbindungsleitungen oder den angeschlossenen Armaturen liegen. Führen Sie Reparaturarbeiten am Leckanzeigesystem nicht selbst durch, es können dadurch weitere, von Außen nicht erkennbare Schäden auftreten. Beauftragen Sie einen qualifizierten Fachbetrieb.


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Was tun bei einem Alarm am Leckanzeiger?

Tritt ein Alarm auf, so muss ummittelbar danach ein Fachbetrieb benachrichtigt werden, der die Fehlerursache ermittelt und behebt.


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Was kann ich selbst am Leckanzeiger tun?

Ungeachtet der wiederkehrenden Funktionsprüfung am Leckanzeigersystem durch einen Sachkundigen oder Prüfung der Anlage durch einen Sachverständigen, empfehlen wir eine regelmäßige Sichtprüfung an Ihrer Einrichtung. Kontrollieren Sie hierzu die optischen Anzeigen an Ihrem Leckanzeiger sowie den Füllstand in den angeschlossenen Kondensatgefäßen. Bei Überdruckleckanzeigern mit angebautem Lufttrockner sind auch die Trockenperlen auf mögliche Verfärbung zu prüfen (Neuzustand: Orange; Trockenperlen gesättigt, austauschen: Farblos oder Grün). Bei fehlerhaften Anzeigen, gefüllten Kondensatgefäßen oder anderen ersichtlichen Fehlern kontaktieren Sie bitte Ihren Fachbetrieb.


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Wer darf Arbeiten am Leckanzeiger durchführen?

Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und die damit verbundene Bundesverordnung schreiben vor, dass die Montage, Inbetriebnahme und Reparatur von Leckanzeigersystemen nur von einem Fachbetrieb mit hierfür nachweislichen Kenntnissen ausgeführt werden darf.

Zusätzlich muss der Fachbetrieb auch über ausreichende Kenntnisse auf dem Gebiet des Brand- und Explosionsschutzes besitzen.

Jeder Betreiber einer Anlage ist für deren sicheren Betrieb verantwortlich. Unsachgemäß durchgeführte Tätigkeiten an der Anlage können zu Schäden führen.


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Wie oft sollte eine Funktionsprüfung am Leckanzeiger durchgeführt werden?

Fachverbände, Fachbetriebe und Hersteller von Leckanzeigern empfehlen eine jährliche Funktionsprüfung des Leckanzeigersystems durch einen Sachkundigen.

Die meisten Fachbetriebe bieten hierzu auch Wartungsverträge an.

Bedenken Sie - eine regelmäßig überprüfte Leckschutzeinrichtung bietet maximale Funktionssicherheit. Lassen Sie sich nach erfolgter Funktionsprüfung einen Prüfbericht aushändigen, der die Funktionstüchtigkeit Ihrer Anlage bescheinigt.


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Wo kann ich Ersatzteile für einen Leckanzeiger bekommen (z.B. grüne Betriebsleuchte)?

Sehen Sie bitte unter dem Hinweis "Ersatzteile" und der Rubrik "Service".


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Wie oft müssen bei einem Überdruckleckanzeiger (Typ D9 oder D29) die Trockenperlen im Lufttrockner gewechselt werden?

Bei Lecküberwachungssystemen nach dem Überdruckprinzip darf der Überwachungsraum mit max. 10% rel. Luftfeuchtigkeit befüllt werden, um Kondensat und somit Korrosion im Überwachungsraum vorzubeugen. Um dies zu erreichen wird entweder ein trockenes Inertgas (z.B. Stickstoff) oder bei Leckanzeigern mit integrierter Pumpe ein in der Saugleitung eingebauter Lufttrockner verwendet.

Die Größe des Lufttrockners hängt einmal ab vom oberirdischen oder unterirdischen Einbau des Tanks / Rohrleitung und vom Volumen des Überwachungsraumes. Angaben hierzu finden Sie in der Dokumentation des jeweiligen Leckanzeigers. Die Nutzungsdauer der Trockenperlen bis zur Sättigung beträgt ca. 12 - 15 Monate, kann jedoch bei sehr unterschiedlichen Umgebungsbedingungen auch abweichen. Gesättigte Trockenperlen sind durch einen Farbwechsel erkennbar. Gesättigte Trockenperlen müssen ausgetauscht werden.


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Wo finde ich einen Fachbetrieb?

Kontaktdaten zu Ihrem nächstgelegenen Fachbetrieb finden Sie in den Branchenverzeichnissen (z.B. Gelbe Seiten) unter der Rubrik "Tankschutz".

Auch können Sie einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe, der dem "Bundesverband für Behälterschutz e.V." angeschlossen ist, nach Postleitzahlenbereich suchen.

Gerne sind wir Ihnen bei der Vermittlung eines qualifizierten Fachbetriebes in Ihrer Nähe behilflich - sprechen Sie uns an.


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Wie oft, wie lange läuft ein Leckanzeiger?

Die Laufzeit eines Leckanzeigers mit integrierter Pumpe hängt im Wesentlichen von den Faktoren Tankgröße, Dichtigkeit sowie Druckniveau im Überwachungsraum ab. Die Pumpe hat hierbei die Aufgabe, minimale Undichtigkeiten im System auszugleichen. Das Ein- und Ausschalten der Pumpe in bestimmten Zeitabständen ohne Alarmabgabe ist normal und erfordert keine besonderen Maßnahmen.

Grundsätzlich gilt, je kleiner ein Tank, desto öfters läuft die Pumpe, jedoch jeweils für einen kürzeren Zeitraum. Bei großen Tanks läuft die Pumpe weniger oft an, arbeitet dann aber länger bis zum Abschalten.

Bei Unterdruckleckanzeigern nach dem Hochdrucksystem (höhere Schaltwerte) läuft die Pumpe grundsätzlich länger pro Einschaltzyklus als bei Niederdrucksystemen (geringere Schaltwerte), wobei die Einschalthäufigkeit im Gegenzug geringer ist als bei Niederdrucksystemen.

Sollte die Einschalthäufigkeit der Pumpe mehr und mehr zunehmen, deutet dies auf eine zunehmende Undichtigkeit hin. Läuft die Pumpe bis zum Abschalten immer länger oder gar konstant durch, kann dies ebenfalls auf eine zu große Undichtigkeit hinweisen, oder die Pumpe selbst erreicht nicht mehr den geforderten Abschaltpunkt.

In beiden Fällen sollten Sie vorsorglich den Fachbetrieb informieren, da ansonsten ohnehin in absehbarer Zeit ein Alarmzustand eintreten kann.


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Wie hoch sind die jährlichen Betriebskosten eines Leckanzeigers?

Ähnlich der Laufzeiten der Pumpe eines Leckanzeigers sind auch die Betriebskosten vom Zustand Ihrer Anlage und von der Art des Lecküberwachungssystems abhängig (Niederdruck- oder Hochdrucksystem).

Grundsätzlich sind jedoch die Betriebskosten im Normalzustand einer Anlage als gering zu betrachten. Diese belaufen sich beim einem Niederdrucksystem auf lediglich 2-3 Euro / Jahr, bei einem Hochdrucksystem je nach Dichtigkeit zwischen 2 und 5 Euro. Im Vergleich hierzu: Ein 42" LCD Fernseher (140 Watt) erzeugt bei einer durchschnittlichen Einschaltdauer von 3,5 Stunden / Tag rund 35 Euro Stromkosten / Jahr.


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